Die Ortskräfte

Seit Wochen (wahrscheinlich seit vielen Wochen, ich habe es mutmaßlich nicht von Anfang an mitbekommen) versuchen Angehörige der Bundeswehr, ihre so genannten Ortskräfte (Dolmetcher und so) und deren Familien nach Deutschland zu retten und scheitern an der Politik.

Abgesehen davon, dass es menschlich schäbig ist (dass die Politik sich diesem Ansinnen verweigert; wir reden da von ein paar tausend Menschen, wohl nicht mal 1% dessen, was Deutschland 2015/16 jetzt nicht völlig problemlos, aber insgesamt dann mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung insbesonderer ziviler Freiwilliger doch geschafft hat; wir reden von Menschen, die ihr Leben riskiert haben, der Bundeswehr zu helfen; wir reden von Menschen, die quasi von der Bundeswehr „handverlesen“ wären, da kann auch die AfD schlecht dagegen Stimmung machen).

Abgesehen davon halte ich es auch für sehr kurzssichtig: Wir leben im Internetzeitalter. Die Bundeswehr wird man (leider) demnächst oder in ein paar Jahren wieder in ein fremdes Land schicken, dort werden sie Ortskräfte brauchen. Und jeder, der sich das dann überlegen wird, kann mit ein paar Mausklicks recherchieren, wie sich Deutschland im Jahre 2021 verhalten hat. (So optimistisch, dass es dann künftig keine Auslandseinsätze mehr geben wird, weil man ja keine Ortskräfte mehr findet, bin ich dann nicht…) Denkt hier keiner weiter als von 12 bis Mittag?

Am Rande: Was sagt es über die Politik, wenn die in letzter Zeit wegen rechter Umtriebe zurecht viel gescholtene Bundeswehr sich da augenscheinlich massiv anständiger verhält als die Mehrheit des deutschen Bundestages?

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